Die Weisheit aus dem Gartenbeet

Menschen, die sich von der Natur noch nicht völlig losgelebt haben, wird es noch gelingen, ein Gartenbeet zu beobachten, in dem die Mutter, der Gärtner oder der Bauer, Kraut gepflanzt haben. Zuerst wurde die Erde gesäubert, gedüngt und dann die zarten  Pflanzen gesetzt. Das Kraut brauchen wir zum Leben. Würde aber der Gärtner dieses junge Gemüse frei aufwachsen lassen, diese zarten Pflanzen seinem Schicksal überlassen, dann wird er kein Kraut ernten. Neben und inmitten der Pflanzen würde etwas zum keimen und wachsen beginnen, das Unkraut; das er aber gar nicht gepflanzt hat. Es wird stärker treiben und würde letzten Endes das ganze Gartenbeet überwuchern. Damit aber der Gärtner, das für uns lebenswichtige Kraut auch ernten kann, muß er ständig jäten und pflegen. Er muß das Kraut vom Unkraut befreien.

Das  K r a u t  bedarf der Pflanzung und Pflege.
Das  U n k r a u t  ist immer wieder von selbst da.

Sehen wir daraus nicht, daß es sich in der großen Welt, aber auch in uns Menschen
genau so verhält? Das gute müssen wir pflanzen und pflegen, das Böse bedarf dieser Pflanzung und Pflege nicht – ja im Gegenteil!
Sehen wir aber nicht auch daraus, dass das Gute und das Böse vollkommen verschiedene Eigenschaften haben? Wenn wir aufhören, das Gute zu pflanzen und zu pflegen, daß es dann auf einmal – gar nicht da ist. Sollten wir nicht daraus eine Grundwahrheit oder ein Grundgesetz  erkennen?

Liebe Leser, nun möchte ich Sie anregen, sich selbst die Fragen vorzulegen:

  • Wie viel vom Inhalt unserer Presseartikel ist Kraut und wie viel Unkraut?
  • Wie viel Kraut sehen wir in unseren Ausstellungen?
  • Wie sieht es bei unseren Filmen aus?
  • Bei Rundfunk und Fernsehen?
  • Am Büchermarkt?
  • Ja und wie viel unserer eigenen Gedanken sind Kraut oder Unkraut?
  • Haben wir ein vom Unkraut überwuchertes Gartenbeet?
  • Oder nennt man das heute Pluralismus?

Vielleicht sollten doch alle Menschen, aber vor allem alle jene, die sich für Bildung und Kultur verantwortlich fühlen, eine Zeitlang Gartenarbeit verrichten. Dort erkennt man nämlich den Schöpfungsakt Gottes immer noch und man lernt auch dabei, daß man dem selbst nicht entfliehen kann.

Meine Leser und Betrachter möchte ich aber besonders bitten, mitzuhelfen, damit in unserem Garten das Gemüse nicht ausgeht, dass aber auch Blumen blühen, an denen wir uns erfreuen wollen; dass wir aber auch die Ehrfurcht, Demut und Liebe nicht verlieren mögen, die allein uns befähigen, Kraut vom Unkraut zu unterscheiden, sei bitte an dem Allmächtigen.