Vorwort

Erna und Sepp Garnsjäger – Unser gemeinsames Leben für die Kunst

Erna Gamsjäger (Foto © Gabriele Moser)

Mit dem Abschiednehmen aus unserem geliebten Annaberg begann Sepps und mein Abenteuer – „Ein gemeinsames Leben für die Kunst“.
In einer Werkzeughütte, in einem Schrebergarten in Wien, fanden wir unsere erste Bleibe. Mit der Verpflichtung, die Betreuung des Gartens zu übernehmen, wurden uns die Mietkosten erlassen. Durch die Einnahmen aus meinen kunsthandwerklichen Tätigkeiten (Retusche von Spielkarten, Erstellung von Strickmodellen, usw.) konnten wir Sepps Studium und unser einfaches, glückliches Leben gestalten.

Der Grundstein einer unzerbrechlichen Gemeinschaft wurde hier bereits gelegt und gefestigt.

Der Wunsch nach Selbstständigkeit, in einem gemeinsamen Atelier, konnte durch Sepp verwirklicht werden. Die Basis bildete das fünfjährige Studium an der Höheren Graphischen Bundes-Lehrund Versuchsanstalt in Wien.

Auch in dieser erfolgreichen Tätigkeit zeigte sich, dass unsere Gemeinsamkeit ein Gottesgeschenk war. Wir waren dafür sehr dankbar.

Erna Gamsjäger in der Galerie auf der " Gamsburg in Annaberg"

Erna Gamsjäger (Foto © Gabriele Moser)

Neben der Graphik hatte Sepp in einer großen schöpferischen Lebensphase sein zeichnerisches Talent, mit einer besonderen künstlerischen Begabung für das „Porträt“, weiterentwickelt. Dies war der Ausgangspunkt für eine Anerkennung als nationaler und internationaler „Porträtist“.

Von vielen Wegbegleitern wurden wir gestärkt und unterstützt. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, allen vielmals zu danken.
Unsere Heimatliebe führte uns nach 20 Jahren zurück in unser geliebtes Annaberg. So verabschiedeten wir uns – nicht endgültig – aus Wien. Mit dem Bau der Gamsburg schufen wir einen wertvollen Platz, der sich in den vielen Jahren bis heute zu einem kulturellen Bestandteil in unserer Heimatgemeinde entwickelt hat.

Die Kunstform „Porträt“ weiter zu vermitteln, war unser gemeinsamer Wunsch. Der wurde durch eine Bauerweiterung und Gründung der Gamsburgschule verwirklicht. Sepp gab sein besonderes Können, Liebe, Geduld und Begeisterung an viele Talentierte weiter. Die gemeinsamen Erfahrungen beim Studium des Porträtieren der originellen Modelle bildeten eine künstlerisch erfüllende Einheit zwischen Lehrendem und Lernenden.

Sich dabei in Partnerschaft gegenseitig zu stützen, war für uns Alltag.
Unser Kunstprojekt „Gamsburg-Gamsburgschule“ fand nicht nur bei Kunstkennern, Politik und Wirtschaft Aufmerksamkeit und Anerkennung, sondern auch bei Kollegen anderer Kunstrichtungen. Sie gaben ihre freundschaftlichen Ideen zu unserer Weiterentwicklung. Für die vielseitige Unterstützung auf allen Gebieten möchte ich danken.

Einen lebensbedrohlichen Verkehrsunfall überlebt zu haben, verbunden mit tiefem Glauben und großer Dankbarkeit, gab Sepp die Kraft den schon lange geplanten Kreuzweg zu schaffen.
In Monotypie entstand 1973 der „Annaberger Kreuzweg“. National und international erhielt Sepps künstlerisches Meisterwerk große Anerkennung.

Mit Sepps plötzlichem Ableben 1991 begann meine neue Lebensaufgabe, das künstlerische Erbe mit Umsicht zu bewahren und weiter für alle sichtbar zu tragen und zu gestalten.

Erna Gamsjäger

Eigentümer einer Begabung ist und bleibt der Schöpfer.